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Reha bei Arthrose

Arthrose gilt als häufigste Gelenkerkrankung und betrifft vor allem ältere Menschen: Ab einem Alter von 65 Jahren liegt bei rund der Hälfte aller Frauen eine Arthrose vor, bei den Männern ist knapp jeder dritte betroffen 1. Zur Behandlung empfiehlt sich in den meisten Fällen eine konservative Therapie. Nur wenn diese nicht anschlägt und der Gelenkverschleiß weit fortgeschritten ist, sind operative Maßnahmen angeraten. Eine Reha bei Arthrose kann helfen, den künstlichen Gelenkersatz zu vermeiden, den Krankheitsfortschritt ausbremsen und Betroffenen wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Reha bei Arthrose in Kürze

  • Indikationen: alle Formen der Arthrose, arthrose-bedingter Gelenkersatz
  • Behandlungen: Physiotherapie, Krankengymnastik, Therapie, Hilfsmittelschulungen, physikalische und manuelle Therapie, Gesundheitsschulungen
  • Durchführung: stationär oder ganztägig ambulant
  • Ziele: Schmerzreduktion, Entlastung des Gelenks durch Muskelaufbau, Gewichtsreduktion, Förderung der Gelenkbeweglichkeit
  • Dauer: stationär 3 Wochen, ganztägig ambulant 20 Behandlungstage
  • Kostenträger: Rentenversicherung oder Krankenkasse 

Was ist eine Arthrose-Reha? 

Eine Reha bei Arthrose kann die konservative Behandlung der Gelenkerkrankung unterstützen oder als Anschlussheilbehandlung nach einem arthrose-bedingten Gelenkersatz erfolgen. Im Rahmen der konservativen Therapie hilft sie bei der Schmerzreduktion sowie beim Erhalt der Gelenkfunktion. Nach einer OP fördert sie die Genesung der Patienten. Zusätzlich steht die Schulung im Umgang mit Prothesen im Fokus.

Wann ist eine Reha bei Arthrose sinnvoll?

Bei einer Arthrose kommt es zu einem verstärkten Knorpelverschleiß in den betroffenen Gelenken. Das kann gravierende Folgen haben: Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen sind genauso häufig wie eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenks. Um dem entgegenzuwirken, haben sich konservative Behandlungsmethoden bewährt – mit ihrer Hilfe lässt sich der Krankheitsfortschritt oft so weit ausbremsen, dass eine Operation umgangen werden kann.

Eine Arthrose-Reha kann eine sinnvolle Ergänzung für Betroffene in allen Krankheitsstadien sein – unabhängig von Alter und Geschlecht. Gleiches gilt für Patientinnen und Patienten nach einer Operation im Gelenk: Auch für sie kann sich der Aufenthalt in einer Rehaklinik lohnen, denn die Rehabilitation fördert den Genesungsprozess, lindert (postoperative) Schmerzen und erleichtert die Gewöhnung an die Prothese.

Wer hat Anspruch auf eine Rehabilitation bei Arthrose?

Im Sozialgesetzbuch ist verankert, dass jeder Mensch das Recht auf eine Rehabilitation hat. Schließlich soll diese den Zugang zur beruflichen und/oder sozialen Teilhabe sicher- bzw. wiederherstellen. Nichtsdestotrotz muss die Teilnahme an einer Reha-Maßnahme genehmigt werden – zumindest dann, wenn eine Kostenübernahme seitens der Versicherungsträger gewünscht wird. Hierfür muss der behandelnde Arzt ein entsprechendes Gutachten aufsetzen bzw. die erforderlichen Unterlagen ausfüllen. Alternativ können Betroffene ihre Erkrankung als Selbstzahler behandeln lassen. Die meisten Reha-Einrichtungen haben hierfür faire und transparent kalkulierte Lösungen im Angebot.

Wichtig: Je nach individueller Ausgangssituation kann jede Form von Gelenkverschleiß eine Rehabilitation erforderlich machen. Viele Arthrose-Patientinnen und -Patienten denken, dass nur große Gelenke wie Knie oder Hüftgelenk behandelbar wären. Dabei kann die Erkrankung auch Sprunggelenk, Ellenbogen, Handgelenk oder Daumensattelgelenk betreffen – für diese Fälle gibt es ebenfalls entsprechende Reha-Maßnahmen. 

Welche Reha eignet sich bei Arthrose?

Für eine ganztägig ambulante oder stationäre Rehabilitation bei Gonarthrose, Omarthrose und Co. kommen vorrangig zwei verschiedene Rehabilitationsverfahren in Frage: Medizinische Rehabilitation auf Antrag (MRA) oder Heilverfahren (HV) sowie die Anschlussheilbehandlung (AHB) nach einer Operation. 

Medizinische Rehabilitation und Heilverfahren

MRA und HV empfehlen sich für Patienten, die ihre Gelenkerkrankung konservativ behandeln möchten. Die Antragsstellung erfolgt gemeinsam mit dem behandelnden Arzt. Diese ist erforderlich, damit eine Kostenübernahme durch die Deutsche Rentenversicherung oder Krankenkasse stattfinden kann.

Anschlussheilbehandlung

Haben konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht zur gewünschten Entlastung beigetragen und wurde deshalb im Rahmen einer Operation ein künstliches Gelenk eingesetzt, ist die Anschlussheilbehandlung das richtige Rehabilitationsverfahren. Der zuständige Arzt übernimmt die Antragsstellung noch während des Aufenthalts in der Klinik. Innerhalb von 14 Tagen nach Entlassung beginnt die Therapie im Reha-Zentrum.

Was kann eine Reha für Arthrose erreichen?

Die Ziele der Arthrose-Therapie werden stets individuell festgelegt. Berücksichtigt werden dabei unter anderem das Krankheitsstadium sowie die aktuelle gesundheitliche Verfassung der Betroffenen. So sind zum Beispiel bei einer aktivierten Arthrose, die mit starken Schmerzen einhergeht, andere therapeutische Maßnahmen empfehlenswert als bei einer nicht-aktivierten Arthrose. Generell zielt die Rehabilitationsbehandlung darauf ab,

  • Schmerzen zu reduzieren,
  • die Belastbarkeit und Bewegungsfähigkeit des Gelenks zu fördern bzw. wiederherzustellen sowie
  • den Krankheitsverlauf auszubremsen.

Weitere Behandlungsziele können Förderung von Bewegung und Muskelaufbau sowie eine gesunde Ernährung zur Gewichtsreduktion sein. Bei Patientinnen und Patienten, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt bekommen haben, zielt die Therapie darauf ab, den Umgang mit der Prothese zu schulen, die Funktionalität des Gelenks zu stabilisieren und den Genesungsprozess zu beschleunigen.

Welche Therapie-Angebote unterstützen die Arthrose-Rehabilitation?

Um chronische Schmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit in den Griff zu bekommen, können verschiedene therapeutische Angebote empfehlenswert sein. Dabei müssen das individuelle Krankheitsstadium, Symptome und weitere individuelle Merkmale der Arthrose-Betroffenen berücksichtigt werden. Typische Behandlungsmethoden sind:

  • Krankengymnastik & Physiotherapie
  • Sporttherapie
  • Ergotherapie & Hilfsmittelschulungen
  • manuelle & physikalische Therapie
  • abschwellende Maßnahmen bei aktivierter Arthrose

  • Hydro- & Balneotherapie
  • medikamentöse Therapie
  • Ernährungsschulung & Gewichtsreduktion
  • allgemeine Gesundheitsschulungen

Findet die Rehabilitation ambulant oder stationär statt?

Grundsätzlich haben Patientinnen und Patienten die Wahl, ob sie eine ganztägig ambulante oder eine stationäre Reha durchführen möchten.

Ganztägig ambulante Reha bei Arthrose

Die ganztägig ambulante Variante empfiehlt sich nur für Personen, die so fit und mobil sind, dass sie die tägliche Anreise zur Klinik problemlos bewältigen können. Sie verbringen lediglich den Tag in der Einrichtung, abends und am Wochenende sind sie dagegen zuhause. Dieses Behandlungsmodell ist vor allem bei Menschen beliebt, die familiär stark eingebunden sind.

Stationäre Arthrose-Reha

Die stationäre Reha repräsentiert dagegen das Komfort-Behandlungsprogramm: Patientinnen und Patienten verbleiben während der gesamten Therapiedauer in der Klinik – auch abends, nachts und an den Wochenenden. So ersparen sie sich die tägliche An- und Abreise, können sich fernab des Alltags entspannen sowie bestmöglich auf die Behandlung konzentrieren.

Wie lange dauert die Rehabilitation bei Arthrose?

Die Dauer der Rehabilitationsmaßnahme ist davon abhängig, ob sie ganztägig ambulant oder stationär durchgeführt wird. Für eine stationäre Reha sind 3 Wochen angesetzt, bei der ganztägig ambulanten Variante stehen 20 Behandlungstage an. Verlängerungen sind grundsätzlich möglich.

Wer übernimmt die Kosten für die Arthrose-Reha?

Die Behandlung der Erkrankung in einem Reha-Zentrum müssen Betroffene bei entsprechender Indikation nicht selbst bezahlen. Welcher Kostenträger verantwortlich ist, hängt unter anderem vom Erwerbsstatus ab: So ist die Deutsche Rentenversicherung normalerweise für Erwerbstätige zuständig. Nichterwerbstätige und Rentner wenden sich dagegen an ihre jeweilige Krankenversicherung.

Wie geht es nach der Rehabilitationsbehandlung weiter?

Patientinnen und Patienten sollten Bewegung, eine gesunde Ernährung und die medikamentöse Therapie auch nach dem Aufenthalt in der Reha-Klinik fest in ihren Alltag integrieren. Zusätzlich können ambulante Physiotherapie sowie Sporttherapie eine gute Option sein. Unter Umständen empfehlen sich spezielle Nachbehandlungen wie T-RENA und IRENA. Alle dafür notwendigen Informationen hält der behandelnde Arzt bereit.

Quellenliste

1 Fuchs, Judith et al., „12-Monats-Prävalenz von Arthrose in Deutschland“, Journal of Health Monitoring · 2017 2(3) DOI 10.17886/RKI-GBE-2017-054, Robert Koch-Institut, Berlin, S. 55,https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_03_2017_Praevalenz_Arthrose.pdf?__blob=publicationFile (Datum des Zugriffs: 15.03.2022)

 

 

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