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Hüft-OP

Implantation einer Hüft-TEP und geeignete Reha-Maßnahmen

Die Hüfte als Kugelgelenk ist das zweitgrößte Gelenk des menschlichen Körpers und ermöglicht Bewegungen in alle Raumrichtungen. Wird das empfindliche Zusammenspiel aus Knochen, Knorpeln, Muskeln, Kapseln und Bändern gestört, kommt es zu eingeschränkter Beweglichkeit und starken Schmerzen. In vielen Fällen ist dann eine Hüft-OP unabdingbar. Allein in Deutschland werden jährlich rund 200.000 Eingriffe an der Hüfte durchgeführt; mit einer Zunahme in den nächsten Jahren ist durch die Überalterung der Gesellschaft zu rechnen. Wann eine OP erforderlich ist, wie sie abläuft und wie es in Sachen Rehabilitation weitergeht, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Hüft-OP in Kürze

  • Häufigste Ursachen: Fortgeschrittene Arthrose, Oberschenkelhalsbruch, Hüftkopfnekrose
  • Operationen: Offenes Verfahren oder minimal-invasive Techniken / AMIS Methode
  • Dauer: Je nach Verfahren zwischen 50 Minuten bis 2 Stunden
  • Risiken: Routineeingriff mit den üblichen Risiken wie Thrombose- oder Hämatom-Bildung
  • Narkose: Vollnarkose oder Spinalanästhesie
  • Lebensdauer der Prothese: 15 bis 25 Jahre
  • Aufenthalt in der Klinik: Je nach OP-Technik 5 bis 10 Tage
  • Nachsorge: Stationäre oder ganztägig ambulante Reha

Wichtige Informationen im Vorfeld

Was ist eine Hüft-OP?

Eine Hüft-OP ist ein operativer Eingriff an der Hüfte, um Fehlstellungen, Fehlfunktionen, Verschleiß und Schmerzen zu beheben. In den meisten Fällen wird den Betroffenen ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Je nach Indikation kommen auch die Triple-Osteotomie und arthroskopische Eingriffe zum Einsatz.

Welche Krankheitsbilder erfordern eine Hüft-OP?

Rund 150 000 aller Hüft-Operationen werden vorgenommen, um Gelenkschäden durch Arthrose zu korrigieren. Weitere Indikationen einer Hüftgelenk-OP sind:


Oberschenkelhalsbruch


Hüftkopfnekrose


Hüftdysplasie

Hüft-Impingement

 

Bei fortgeschrittener Arthrose oder einem Oberschenkelhalsbruch erhalten die meisten Betroffenen eine sogenannte Totalendoprothese (TEP), d. h. das Hüftgelenk wird vollständig durch ein künstliches Gelenk ersetzt.

Bei sportlich aktiven, jüngeren Patienten wird in einigen Fällen der Einsatz einer Hüfteilprothese bzw. Hüftkappenprothese (McMinn-Prothese) in Erwägung gezogen, bei der die Gelenkpfanne des Beckenknochens durch eine künstliche Pfanne ausgetauscht wird. Der Oberschenkelknochen (Femur), Bänder und Muskeln bleiben intakt, lediglich der Femur wird mit Metall überzogen. Auf diese Weise werden die Beweglichkeit und die Knochensubstanz erhalten, so dass die Betroffenen zunächst Zeit und Spielraum für weitere Behandlungsentscheidungen gewinnen, was in Anbetracht der begrenzten Lebensdauer einer TEP ein unbestreitbarer Vorteil ist. Aufgrund des aufwändigen Operationsverfahrens gehört die McMinn-Prothese allerdings noch nicht zum Behandlungsstandard bei jungen Arthrose-Patienten.

Um die Biomechanik im Hüftgelenk zu verbessern und das Gelenk zu entlasten, kommen neben der Implantation sogenannte Triple-Osteotomien, d. h. die Durchtrennung von Sitzbein, Schambein und Darmbein, mit anschließender Korrektur zur Anwendung. Auf diese Weise kann der Einsatz einer Endoprothese bei einem Gelenk mit geringer Vorschädigung herausgezögert werden. Dies gilt besonders für die Hüftkopfnekrose in den Stadien I und II und die Hüftdysplasie. Eine leichte Arthrose oder ein Hüft-Impingement im Anfangsstadium werden meistens arthroskopisch behandelt.

Wie haltbar ist eine Hüft-TEP?

In Abhängigkeit von der Belastung haben Hüftprothesen eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Danach treten in der Regel neue Schmerzen in der Hüfte auf und das Implantat muss ausgetauscht werden. Je jünger der Patient, desto problematischer ist also der Einsatz einer kompletten Hüftendoprothese.

Wann ist ein künstliches Hüftgelenk notwendig?

Bevor eine Hüftendoprothese eingesetzt wird, werden zunächst eine konservative Behandlung wie Sport, Physiotherapie und physikalische Therapien sowie eine medikamentöse Behandlung ausgeschöpft. Ggf. kann ein gelenkentlastender Eingriff die Beschwerden lindern und den Gelenkersatz herauszögern. Erst wenn all diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen und der Patient nach wie vor unter starken Schmerzen und einer verminderten Lebensqualität leidet, wird die Implantation einer neuen Hüfte in Erwägung gezogen.

Was geschieht aus medizinischer Sicht vor dem Einsatz einer Hüftprothese?

Um abzuklären, ob der Einsatz einer künstlichen Hüfte erforderlich ist, werden umfassende Voruntersuchungen mit bildgebender Diagnostik durchgeführt. Dazu gehört auch die Ermittlung der Knochendichte, eine Wirbelsäulenvermessung und die Bestimmung der Beinlänge. Liegen alle Untersuchungsergebnisse vor, wird über die Prothesenform und deren Verankerung entschieden. Um Komplikationen während der OP zu vermeiden, erstellt der Operateur anhand der Röntgenbilder eine EDV-gestützte Planungsskizze.

Wie bereiten sich Betroffene am besten auf die Hüftoperation vor?

Um den Körper bestmöglich auf die Operation vorzubereiten, ist es sinnvoll, den allgemeinen Gesundheitszustand vor dem Eingriff zu verbessern. Dazu gehören

  • eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht,
  • eine gesunde Ernährung,
  • schonende sportliche Aktivitäten und
  • der Verzicht auf Nikotin.

Ein gezielter Aufbau der Muskulatur im Hüftbereich kann helfen, die neue Hüfte in ihrer Funktion zu unterstützen und zu entlasten. Gerinnungshemmer wie Marcumar sollten in Absprache mit dem Mediziner abgesetzt werden.

Hüft-OP: Was nehme ich mit ins Krankenhaus?

Durch die operierte Hüfte werden die Betroffenen nach dem chirurgischen Eingriff zunächst etwas unbeweglicher sein. Daher ist es hilfreich, an Dinge zu denken, die den Klinikalltag erleichtern. Dazu gehören:

  • Ein Jogginganzug mit weiten Beinen, der sich leicht anziehen lässt,
  • ein langer Schuhanzieher,
  • flache und rutschfeste Schuhe ohne Schnürsenkel und
  • ein Rucksack zum Transport, um die Hände für Gehhilfen frei zu haben.

Welche Risiken sind mit einer Hüft-OP verbunden?

Unabhängig von der jeweiligen Indikation zählen Hüftoperationen zu den Routineeinsätzen der orthopädischen Chirurgie, so dass die Wahrscheinlichkeit schwerer Komplikationen äußerst gering ist. Wie bei jeder anderen Operation besteht allerdings das Risiko einer Thrombose- und Hämatom-Bildung. In sehr seltenen Fällen kommt es durch den Einsatz einer Hüftprothese zu

  • Infektionen,
  • Verklebungen,
  • Verkalkungen,
  • Verwachsungen oder
  • Luxationen.

Details zum Ablauf

Wie lange dauert eine Hüft-OP?

Die Dauer einer Hüftoperation hängt von der Diagnose und der angewendeten OP-Methode ab. Beim konventionellen OP-Verfahren kann von maximal 2 Stunden ausgegangen werden; bei einer minimal-invasiven Operationstechnik von 50 bis 70 Minuten.

Welche Hüftoperationen gibt es?

Wer sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lässt, wird vom behandelnden Arzt in der Regel hinsichtlich unterschiedlicher OP-Techniken aufgeklärt:

Offenes bzw. klassisches Verfahren
Das offene Verfahren wird unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt und wird meist bei einem starken Gelenkverschleiß, sehr muskulösen Personen und Menschen mit Übergewicht angewendet. Der behandelnde Chirurg setzt einen rund 15 cm langen Schnitt unterhalb der Hüfte und trennt Muskeln und Sehnen durch, um zum Gelenk zu gelangen. Im Anschluss wird abgenutztes Knochenmaterial entfernt und der Hüftknochen für die Prothese vorbereitet. Nach der Verschraubung oder Zementierung des Implantats wird das neue Hüftgelenk auf Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit geprüft und die Wunde verschlossen. Aufgrund des relativ großen Schnitts und bestehender Muskelverletzungen ist bei einer klassischen Hüft-OP eine längere Rehabilitation erforderlich als bei der sogenannten Schlüssellochchirurgie.

Minimalinvasive Hüft-OP

Bei einer minimal-invasiven Operation wird nicht ein einzelner großer gesetzt, sondern mehrere kleine Schnitte gesetzt. Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt durch eine von Natur aus vorhanden Muskellücke, so dass die Hüftmuskulatur nicht durchtrennt werden muss und der Heilungsprozess deutlich schneller abläuft. Ebenso kommt es zu einem geringeren Blutverlust und einer kürzeren und unauffälligeren Operationsnarbe. Das wohl bekannteste und sehr häufig angewendete minimal-invasive Verfahren ist die sogenannte AMIS-Methode.

Welche Endoprothesen werden eingesetzt?

Je nach Alter des Patienten, Art und Ausprägung der Hüftbeschwerden werden verschiedene Implantate eingesetzt. Es wird differenziert zwischen

  • der zementierten Endoprothese, bei der eine 1 bis 2 mm dünne Kunstharzschicht Knochen und Prothesenschaft verklebt,
  • der zementfreien Prothese, bei der die Knochenoberfläche mit der Oberfläche der Prothese verwächst, und
  • der Hybridprothese, einer Mischform der oben genannten Implantate, bei der die künstliche Gelenkpfanne ohne Zement und der Prothesenschaft mit Knochenzement verankert wird.

Nach der Hüft-OP

Wie lange bleiben Betroffene nach einer Hüft-OP im Krankenhaus?

Dem Einsatz einer Hüft-TEP schließt sich ein rund 5 bis 10-tägiger Krankenhausaufenthalt an. Zum Entlassungszeitpunkt ist die äußere Wundheilung in der Regel abgeschlossen, so dass die Fäden noch in der Klinik gezogen werden können. Deutlich kürzer ist der Aufenthalt nach einem minimal-invasiven Gelenkersatz. In diesem Fall kann der Patient das Krankenhaus meist schon nach 3 bis 4 Tagen verlassen und die Fäden ambulant ziehen lassen.

Während des stationären Aufenthalts beginnt der implantierte Patient unter Anleitung mit einfachen Mobilisationsübungen und einer Gangschule und kann bereits nach wenigen Tagen selbstständig duschen. Nach 3 bis 5 Tagen wird der Sitz der Hüftprothese mittels einer Röntgenaufnahme überprüft.

Wie lange ist man nach einer Hüft-OP krank?

Je nach Art des Eingriffs dauert es meist mehrere Wochen bis Monate bis die komplette Beweglichkeit und Belastungsfähigkeit nach einer Hüft-OP wiederhergestellt sind. Grundsätzlich gilt, dass der Heilungsprozess bei minimal-invasiven Operationen kürzer verläuft als bei offenen Verfahren. Nach der Implantation einer Hüftendoprothese können die Patienten durchschnittlich nach 3 Monaten ihr gewohntes Leben mit minimalen Einschränkungen wieder aufnehmen.

Was geschieht nach dem Klinikaufenthalt?

Dem Aufenthalt im Akutklinikum sollte zeitnah eine Anschlussheilbehandlung (AHB) zur Stärkung der Muskulatur und zur Verbesserung der Beweglichkeit folgen. Sie führt die im Krankenhaus begonnene Frührehabilitation fort, vermittelt wichtige Verhaltensregeln zum besseren Umgang mit dem künstlichen Gelenk und kann als ambulante oder stationäre Reha durchgeführt werden. Die Hüft-Reha dauert 3 Wochen und kann bei medizinischer Notwendigkeit verlängert werden. Für den Erfolg der Behandlung ist die Rehabilitation ebenso wichtig wie der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks.

Wer zahlt die Reha nach Hüft-OP?

Die Kosten für eine Reha nach Hüft-OP werden in der Regel von der Rentenversicherung übernommen, um die Erwerbsfähigkeit zu erhalten bzw. schnellstmöglich wiederherzustellen. Die Antragstellung erfolgt gemeinsam mit dem Sozialdienst des behandelnden Krankenhauses. Bei der Wahl der Klinik haben Sie ein Mitspracherecht (Wunsch- und Wahlrecht), so dass es sich bereits im Vorfeld der OP empfiehlt, sich ausführlich über passende Reha-Einrichtungen zu informieren und diese im Gespräch mit dem Sozialdienst zu nennen. Bei Rentnern und Nichterwerbstätigen ist die Krankenkasse der Kostenträger; auch hier gilt das Wunsch- und Wahlrecht.

Hüftoperationen im Alltag

Welche Bewegungen sollten nach der Hüftoperation vermieden werden?

  • Eine Überkreuzung der Füße bzw. Beine
  • Eine Überstreckung der betroffenen Hüfte
  • Eine Außendrehung des operierten Beins
  • Eine Drehung des Oberkörpers aus dem Stand heraus

Welche Hilfsmittel erleichtern den Alltag nach der Hüftoperation?

Nach der Implantation einer Hüftprothese müssen die oben genannten Bewegungsregeln beachtet werden. Um den Alltag zu erleichtern, kann der Arzt entsprechende Hilfsmittel verordnen. Dazu gehören beispielsweise Strumpfanziehhilfen, Greifzangen oder Haltegriffe für das Bad. Eine Übersicht aller erstattungsfähigen Hilfsmittel erhalten Sie im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung oder direkt im Gespräch mit Ihrer Krankenkasse.

Wann dürfen Patienten nach einer Hüft-OP wieder duschen?

Wenn die Wunde planmäßig und ohne Entzündungen verheilt, dürfen Betroffene relativ schnell wieder duschen. Auf das Baden sollte in den ersten Wochen allerdings verzichtet werden, da das Sitzen in der Badewanne das Gelenk stark belastet.

Wann darf man nach der Hüft-OP Auto fahren?

Wer in einem offenen Verfahren an der Hüfte operiert wurde, muss sich einige Zeit gedulden. Wurde die linke Hüfte operiert, darf wieder Auto gefahren werden, sobald keine Gehhilfen mehr erforderlich sind. Befindet sich das künstliche Hüftgelenk auf der rechten Seite, dürfen sich die Operierten erst dann wieder hinter das Steuer setzen, wenn die Muskelkraft ausreichend für das Bremsen ist. Dies ist in der Regel nach 6 Wochen der Fall.

Wie sollte man nach einer Operation an der Hüfte schlafen?

Nach der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks sollten Patienten mehrere Wochen (mindestens 14 Tage) auf dem Rücken schlafen. Sobald auf der Seite geschlafen wird, sollte das Hüftgelenk mit einem Seitenschläferkissen entlastet werden.

Welcher Sport ist nach dem operativen Eingriff an der Hüfte erlaubt?

Auch mit einem künstlichen Hüftgelenk ist das Treiben von Sport möglich, insofern dieser gelenkschonend ist. Empfehlenswert sind gleichmäßige Sportarten wie Radfahren, Wandern oder Schwimmen. Ballsportarten, Joggen oder Kampfsport hingegen können bei einer Prothese zu einem vorzeitigen Verschleiß führen und sollten daher vermieden werden. Am besten sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, welche Sportarten geeignet sind und ab wann Sie wieder Sport treiben dürfen.

 

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