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Reha Herzinsuffizienz

Die chronische Herzinsuffizienz ist in den Industrieländern die am häufigsten statistisch belegbare Todesursache1. Sie führt bei den Betroffenen zu zahlreichen belastenden Symptomen und kann einschneidende Veränderungen bei Lebensqualität sowie Alltagsführung bedeuten.

In einer Reha bei Herzinsuffizienz erfahren die Patienten, wie sie mit der Erkrankung optimal umgehen – denn eine vollständige Heilung des Herzens ist bei einer Herzschwäche nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene in einer qualifizierten Reha lernen, ein Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und dank einfacher Maßnahmen wieder an Lebensqualität gewinnen. Alle Informationen rund um die Reha bei Herzmuskelschwäche werden nachfolgend vorgestellt.

Reha Herzinsuffizienz in Kürze

  • Indikationen: Linksherzinsuffizienz, Rechtsherzinsuffizienz, globale Herzinsuffizienz, kompensierte bzw. dekompensierte Herzinsuffizienz, chronische bzw. akute Herzinsuffizienz, Herzinsuffizienzen der Stufen NYHA I bis NYHA IV
  • Behandlungen: Physiotherapie, Krankengymnastik, Ergotherapie, psycho-soziale Beratung, Gesundheitsschulungen, Medikamentenschulungen, Sporttherapie
  • Durchführung: stationär oder ganztägig ambulant
  • Ziele: optimale medikamentöse Einstellung, Symptome reduzieren, Verschlechterung vorbeugen, mehr Lebensqualität
  • Dauer: 3 Wochen mit Option auf Verlängerung
  • Kostenträger: Gesetzliche Krankenkasse und Rentenversicherung

Was ist eine Reha bei Herzinsuffizienz?

Eine Rehabilitation bei Herzinsuffizienz wird als medizinische Rehabilitation auf Antrag (MRA) bzw. Heilverfahren (HV) durchgeführt. Das Ziel ist die Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten bzw. seiner Arbeitsfähigkeit. Gleichzeitig soll der Betroffene wieder mehr Lebensqualität erlangen, indem Symptome reduziert werden und ein Fortschreiten der Krankheit verhindert wird.

Warum ist eine Reha bei Herzinsuffizienz sinnvoll?

Die Herzschwäche gilt als unheilbar, verursacht belastende Symptome und kann langfristig eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen sowie eine höhere Sterblichkeit bedingen. Umso sinnvoller ist die frühzeitige Durchführung einer Reha bei Herzinsuffizienz.

Therapien während der Rehabilitation

Patienten werden medikamentös eingestellt und an einen Lebensstil herangeführt, der Symptome reduziert sowie eine Verschlechterung der Herzschwäche verhindert. Dies steigert die Lebensqualität der Betroffenen und kann ihnen mitunter sogar das Leben retten.

Häufigkeit der Herzinsuffizienz in der Bevölkerung

Die Herzinsuffizienz bzw. Herzschwäche ist eine Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Laut statistischen Erhebungen beträgt die Neuerkrankungsrate bei Männern zwischen 75 und 79 Jahren mehr als 20 Prozent, bei Frauen zwischen 80 und 84 Jahren liegt sie bei über 22 Prozent. Es können aber auch jüngere Menschen von einer Herzerkrankung betroffen sein. Etwa 5% der erwachsenen Bevölkerung ab 18 Jahren leiden ebenfalls an einer solchen Erkrankung. 2

Wann sollte eine Reha bei Herzinsuffizienz durchgeführt werden?

Klinik Eichholz: Reha Herzinsuffizienz Kardiotraining

Patienten, die sich zum Wohle der Gesundheit ihres Herzens dazu entscheiden, eine Reha bei Herzschwäche in Anspruch zu nehmen, sollten hiermit nicht allzu lange warten. Je früher die entsprechenden Maßnahmen gegen eine Verschlechterung der Herzschwäche vorgenommen werden, umso höher ist das gesundheitliche Niveau, auf dem sich der Betroffene halten kann.

In Absprache mit dem behandelnden Arzt kann ein Antrag auf medizinische Rehabilitation jederzeit beantragt werden. Viele Patienten denken, dass sie nur Anspruch auf den Aufenthalt in einer Rehaklinik haben, wenn sie zuvor einen Herzinfarkt erlitten oder eine Operation am Herzen durchgemacht haben. Das ist nicht der Fall: Reha-Maßnahmen können auch vorsorglich greifen, um eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands zu verhindern.

Was ist das Ziel einer Reha bei Herzinsuffizienz?

Die Ziele bei einer Rehabilitation in einer Klinik werden normalerweise individuell festgelegt. So kann optimal auf den Gesundheitszustand, die persönliche Verfassung und die Bedürfnisse des Patienten eingegangen werden. Alter und Begleiterkrankungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Da viele Patienten in der kardiologischen Reha an Komorbiditäten wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus leiden oder im Vorfeld bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, müssen die Ziele der Rehabilitation entsprechend angepasst werden. Grundsätzlich stehen die folgenden Faktoren im Fokus:

 

  • optimale medikamentöse Einstellung der Patienten
  • Reduktion der Symptome
  • Verhinderung einer Verschlechterung des Gesundheitszustands
  • Erhalt bzw. Wiederherstellung von Selbstständigkeit und Autonomie
  • Stabilisierung der Psyche
  • Erhalt bzw. Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit/sozialen Teilhabe
  • mehr Lebensqualität für die Betroffenen

Welche Therapien werden bei einer Reha Herzinsuffizienz durchgeführt?

In einer guten Klinik für kardiologische Rehabilitationen werden die Behandlungspläne individuell auf die Patienten zugeschnitten. Nach einem ausführlichen Gespräch mit einem erfahrenen Kardiologen werden die einzelnen Module nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt. Während der Behandlung ist eine Optimierung des Plans jederzeit möglich. Dadurch kann auf Veränderungen des Gesundheitszustands optimal reagiert werden.

Das Ziel ist es, den Patienten zu fördern und zu fordern, aber nicht zu überfordern. Mögliche Therapien, die in einer Klinik sowohl bei der ganztägig ambulanten als auch bei der stationären Reha angewandt werden, sind:

  • Physiotherapie & Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Sporttherapie, z. B. Atem-/Kreislaufgymnastik, Wandern, Gehtraining, Kardiologische Trainingsgruppe, Hockergymnastik, Ergometer
  • Medikamenten- und Gesundheitsschulungen
  • Entspannungstechniken zur Stressbewältigung
  • Ernährungsberatung
  • psycho-soziale Beratung

Wer trägt die Kosten für eine solche Reha?

Die Kosten für die Rehabilitation in einer Klinik müssen die Patienten bei nachweisbarer Indikation normalerweise nicht selbst tragen. Bei korrekter Antragstellung ist entweder die Rentenversicherung oder die gesetzliche Krankenkasse zuständig. Patienten müssen für die Antragstellung einen Arzt hinzuziehen, der die notwendigen Befunde erstellt. Wichtig: Damit die Kostenübernahme gelingt, muss die letzte Reha-Maßnahme mindestens vier Jahre zurückliegen. Nur in Ausnahmefällen können die Kostenträger hiervon abweichen.

Was ist der Unterschied zwischen stationärer und ganztägig ambulanter Herzinsuffizienz-Reha?

Eine Rehabilitation bei Erkrankungen des Herzens sollte idealerweise stationär in einer Klinik durchgeführt werden. Das gilt nach einem Herzinfarkt genauso wie bei der Diagnose Herzschwäche. Denn beides ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die Psyche der Betroffenen sehr belastend.

Stationäre Reha

Bei einer stationären Behandlung in einer Reha-Klinik können sich Patienten von dem mit einer akuten oder chronischen Erkrankung verbundenen Stress schneller und umfassender erholen. Darüber hinaus müssen sie sich während des Aufenthalts in der Klinik um nichts kümmern – es findet rund um die Uhr eine optimale Betreuung und Versorgung statt.

Ganztägig ambulante Reha

Für manche Patienten mag eine ganztägig durchgeführte ambulante Behandlung in einer Rehaklinik sinnvoller erscheinen. Wer beispielsweise familiär stark eingebunden ist oder in Kliniknähe wohnt, profitiert mitunter davon, die Abende und Wochenenden im eigenen Zuhause zu verbringen. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass eine eventuell erforderliche Betreuung im häuslichen Umfeld vorhanden ist und die Fahrstrecke von und zur Klinik gut bewältigt werden kann.

Wie beantragt man eine Reha für Herzinsuffizienz?

Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, sollten zunächst mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob dieser einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik als sinnvoll erachtet und einen solchen empfiehlt. Je nachdem bei wem die Maßnahme beantragt wird (Krankenkasse oder Rentenversicherung), müssen bei der Antragstellung unterschiedliche Vorgehensweisen berücksichtigt werden. Ein Befundbericht wird normalerweise immer benötigt. Entsprechend ist es nicht möglich, einen Antrag auf eine medizinische Rehabilitation ohne einen Arzt zu stellen.

Wie kann ich mir die Reha-Einrichtung aussuchen?

Unabhängig davon, ob Patienten eine kardiologische oder eine orthopädische Rehabilitation in Anspruch nehmen möchten – der Kostenträger räumt ihnen ein sogenanntes Wunsch- und Wahlrecht ein. Die Versicherten können bereits bei der Antragstellung angeben, in welcher Klinik sie die Rehabilitation gerne durchführen möchten. Sofern der Anbieter über einen Versorgungsvertrag mit dem Kostenträger sowie die entsprechende Expertise verfügt, muss dem Wunsch des Patienten in der Regel stattgegeben werden.

Woran erkennt man eine gute Reha für Herzinsuffizienz?

Klinik Eichholz: Gute Reha Erkennen

Eine gute Reha für Herzinsuffizienz erkennen Patienten zunächst einmal daran, dass sie in einer Klinik angeboten wird, die auf Kardiologie spezialisiert ist. Eine große Auswahl an Therapien, eine moderne Diagnostik und langjährige Erfahrung, auch in der Mitbehandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, sprechen ebenfalls für sich. Darüber hinaus lohnt es sich, einen Blick auf Ausstattung und Lage zu werfen. Schließlich sollte der Aufenthalt in der Einrichtung so angenehm und entspannungsfördernd wie möglich ablaufen. 

 

Quellenliste

1 Deichl, Andrea Simone et al. “Chronische Herzinsuffizienz: Selten isoliert, daher fordernd”, In: Dtsch Arztebl 2021; 118(15): [10]; DOI: 10.3238/PersKardio.2021.04.16.03, https://www.aerzteblatt.de/archiv/218749/Chronische-Herzinsuffizienz-Selten-isoliert-daher-fordernd (Datum des Zugriffs: 27.10.2022)

2 NL Nationale Versorgungs Leitlinien „NVL Chronische Herzinsuffizienz“, 3. Auflage, 2019, Version 3, https://www.leitlinien.de/themen/herzinsuffizienz/3-auflage/kapitel-2 (Datum des Zugriffs: 27.10.2022)

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