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Reha nach Amputation: Therapeutische Unterstützung in einer gesundheitlichen Ausnahmesituation

Sie haben aufgrund einer chronischen Durchblutungsstörung, eines Tumors oder eines Unfalls einen Arm oder ein Bein verloren? Sie sind verzweifelt und haben das Gefühl, nicht mehr vollständig zu sein? Nach einem derartig gravierenden Eingriff wissen viele Betroffene nicht, wie es gesundheitlich und beruflich weitergehen soll. Eine Reha nach der Amputation versorgt die Wunde bestmöglich, fördert den Heilungsprozess und übernimmt auch die prothetische Versorgung. Sie zeigt Lösungsmöglichkeiten für den Alltag auf und hilft den Rehabilitanden bei der Bewältigung der psychischen Belastung. Als Rehaklinik für Amputationen kennen wir die Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte amputierter Patienten und begleiten diese schrittweise zurück ins Leben.

Indikationen für eine Reha nach Amputation

Eine Rehabilitation nach Amputationen wird in den allermeisten Fällen empfohlen, um den Betroffenen eine bestmögliche Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben zu ermöglichen. Nach Major-Amputationen, d. h. nach großen Amputationen, werden in der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie rehabilitative Maßnahmen sogar ausdrücklich gefordert. Mögliche Indikationen für Rehabilitationsmaßnahmen sind:

  • Beinamputationen
  • Oberschenkel- und Unterschenkelamputationen
  • Knieexartikulationen
  • Minor-Amputationen wie Fuß-, Mittelfuß- und Zehenamputationen
  • Armamputationen
  • Handamputationen
  • Fingeramputationen

Leistungen unserer Rehaklinik für Amputationen

Reha nach Amputation

Bei einer Reha nach Amputation ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Teams noch mehr als bei anderen Rehabilitationen gefordert. Das Spektrum der Leistungen reicht von der Wundversorgung, Stumpfformung und Stumpfpflege über die Versorgung mit einer Prothese bis hin zu Physio- und Ergotherapie und psychosozialer Beratung. Dabei erstellen wir für jeden Patienten einen individuellen Therapieplan, der auf die besonderen biologischen, psychologischen und sozialen Belange des Rehabilitanden zugeschnitten wird.

 

 

Wundversorgung und Stumpfformung

Der Zeitpunkt der prothetischen Erstversorgung hängt maßgeblich von einer raschen Wundheilung und der Belastbarkeit des Stumpfes ab. Unser entsprechend geschultes Pflegepersonal sorgt für die Geschmeidigkeit und die Formung des Stumpfes durch spezielle Kappen und ermöglicht so eine bestmögliche Prothesenversorgung. Ebenso übernehmen wir das Wickeln und Mobilitätstraining des betroffenen Körperteils und sorgen auf Wunsch auch für eine individuelle Medikation gegen den Schmerz.

Orthopädietechnik

Sobald der Stumpf optimal vorbereitet ist, ermitteln wir eine geeignete Erstprothese, bei der auch die Häufigkeit der Nutzung, der Pflegeaufwand, die Verankerungsmöglichkeiten und ästhetische Aspekte berücksichtigt werden. Sollte es im weiteren Verlauf des Heilungsprozesses zu weiteren Aufenthalten in unserer Rehaklinik kommen, werden unsere Orthopädietechniker die Prothese überprüfen und Ihren Bedürfnissen anpassen.

Ergotherapie

In der Ergotherapie geht es hauptsächlich darum, die Amputierten motorisch auf die veränderte Situation vorzubereiten. So werden alltägliche Bewegungsabläufe und der Umgang mit ungewohnten Hilfsmitteln geübt, Grob- und Feinmotorik und Koordination gestärkt und schädliche Bewegungsabläufe korrigiert. Handelt es sich um eine Major- oder Minor-Amputation der unteren Extremitäten, werden auch Gangschulungen durchgeführt, in denen das Gehen mit Prothese und Unterarmgehstützen geübt wird. Ebenso besteht die Möglichkeit eines Rollstuhltrainings. Schließlich sind die meisten Patienten in den ersten Wochen nach der OP auf einen Rollstuhl angewiesen. Zur Bewältigung des Phantomschmerzes führen wir häufig eine Spiegeltherapie durch.

Physiotherapie / Krankengymnastik

Die Physiotherapie findet hauptsächlich als Einzelkrankengymnastik statt und dient der muskulären und koordinatorischen Stabilisierung, der Förderung der Mobilität und der Muskelkräftigung. Auch im Rahmen der Physiotherapie können lindernde Therapien gegen den Phantomschmerz durchgeführt werden, beispielsweise durch eine Triggerpunkt-Behandlung oder physikalische Therapien wie TENS.

Psychologischer und sozialer Dienst

Der Verlust eines Gliedmaßes stellt Menschen vor große psychische und soziale Herausforderungen. So unterstützt unser psychologischer Dienst im ersten Schritt die Schmerz- und Krisenbewältigung des Rehabilitanden und seiner Angehörigen. Je nach Amputation müssen ggf. auch Fragen wie die berufliche Wiedereingliederung, die barrierefreie Gestaltung des Arbeitsplatzes und Wohnraumanpassungen im häuslichen Umfeld thematisiert werden. Der passende Ansprechpartner für diese und viele weitere Fragestellungen ist der Sozialdienst unserer Klinik.

Arten der Durchführung

  • Anschlussheilbehandlung (AHB)
  • Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung (BGSW)

Überzeugende Gründe für eine Reha nach Amputation in der Klinik Eichholz

30+

Jahre Zusammenarbeit mit allen Krankenkassen

238

Zimmer

43

Doppelzimmer

1

Walibo Therme

Über 3.600 Patienten jährlich verbringen ihre Rehabilitation in der Klinik Eichholz, darunter viele von einer Amputation Betroffene. Die Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team, das durch seine enge Zusammenarbeit und seine langjährige Erfahrung die Patienten bestmöglich auf die Rückkehr in den Alltag vorbereitet. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass unsere Rehabilitanden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gestärkt nach Hause zurückkehren.

Ebenso spielt der idyllische Kurort Bad Waldliesborn, fernab von jeglicher Alltagshektik, eine große Rolle für den Heilungsprozess. Schließlich öffnen sich die Patienten im Laufe ihres Aufenthalts erneut dem Leben und nehmen ihr Umfeld wieder bewusst wahr. Unsere Zimmer sind barrierefrei zu erreichen, so dass bei entsprechender Fitness kleinen Ausflügen in die nähere Umgebung nichts entgegensteht. Auch Begleitpersonen dürfen mitgebracht werden.

Das erwartet Sie konkret in unserer Einrichtung

  • Langjährig erfahrene Ärzte und Therapeuten
  • Therapien auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand
  • Passgenaue Stumpfformung und Prothesenversorgung
  • Rückgewinnung der selbständigen Fortbewegung
  • Barrierefreie Patientenzimmer und Therapieräume
  • Vorbereitung des häuslichen Umfelds auf die Rückkehr

Sie haben weitere Fragen zur Pflege, Prothetik oder den Therapien? Sprechen Sie uns an – Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Fakten zur Amputation und Nachbehandlung im Überblick

Wie lange dauert die Heilung bei einer Amputation?

Der Heilungsverlauf ist nach einer Amputation in der Regel deutlich langwieriger als bei anderen Operationen und dauert oft mehrere Monate. Der Grund dafür liegt darin, dass Stumpf und Narbe nach rund 1,5 Jahren ihre finale Form erhalten und eine endgültige Prothese erst dann möglich ist. Der gesamte Prozess wird in 4 verschiedene Phasen unterteilt:

Akutphase
Nach der OP geht es in erster Linie darum, die Wundheilung zu fördern und Infektionen zu verhindern. Die betroffene Extremität wird fachgerecht gelagert und regelmäßig gesäubert und verbunden. Ebenso stehen abschwellende Maßnahmen im Fokus.

Stumpfformung
Erst nach 3 bis 4 Wochen ist die Narbe soweit stabil, dass das Hautverschlussmaterial entfernt werden kann. Im Anschluss wird der Stumpf durch spezielle Kappen geformt und mobilisiert und mit einer ersten Prothese versorgt. Vorgenommen werden diese Maßnahmen meist während einer AHB oder einer BGSW.

Anpassung der Prothese
Durch die Veränderungen des Stumpfes muss die Prothese kontinuierlich angepasst werden. In einer Rehaklinik erfolgen nun intensive Übungen mit der Prothese, deren Dauer regelmäßig verlängert wird. Ebenso findet im Einzel- und Gruppensetting ein regelmäßiger Austausch über den Heilungsverlauf und die besonderen Herausforderungen statt.

Finale Phase
Nach ca. 1,5 Jahren haben Stumpf und Narbe ihre endgültige Form erreicht, so dass erst dann die endgültige Versorgung mit einer Prothese durch die Orthopädietechniker möglich ist. Der Heilungsprozess ist nun abgeschlossen.

Was sind die Ziele einer Rehabilitation nach Amputation?

Die Reha-Ziele nach einer Amputation sind immer ganzheitlich. Der Rehabilitand soll eine seiner Mobilität (Mobilitätsgrade 1 bis 4) entsprechende Prothese erhalten und den Umgang mit ihr beherrschen. Je nach Indikation wird das häusliche und berufliche Umfeld soweit vorbereitet, dass der Betroffene sich im Alltag weitgehend eigenständig fortbewegen kann. Der Weg dorthin ist lang und nicht von heute auf morgen zu erreichen, ist aber mit medizinischer und therapeutischer Hilfe durchaus realisierbar.

Wie ist der Reha-Verlauf nach einer Beinamputation?

Wenn man den Begriff Rehabilitation mit der gesamten postoperativen Phase gleichsetzt, entspricht der Reha-Verlauf nach einer Beinamputation im Großen und Ganzen den bereits geschilderten Phasen des Heilungsverlaufs. Dies gilt nicht nur für eine Beinamputation, sondern auch für alle anderen Arten der Amputation. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Phasen nach einer Major-Amputation deutlich einschneidender und länger verlaufen als bei einer Minor-Amputation.

Wann Reha nach Beinamputation?

Die klassische stationäre Rehabilitation in einem Reha-Zentrum findet in der Regel in der 2. Heilungsphase statt, d. h. während der Stumpfformung. Durch die Volumenschwankungen des Stumpfes nach einer Bein- oder Armamputation reicht eine Reha vielfach nicht aus, so dass es – je nach Kostenträger – durchaus üblich ist, mehrere Reha-Maßnahmen durchzuführen. Die zeitlichen Abstände richten sich nach der individuellen Situation und sind unterschiedlich groß.

Wie lange bekommt man eine Reha nach einer Amputation?

Eine Anschlussheilbehandlung oder eine Berufsgenossenschaftliche Weiterbehandlung dauert in der Regel rund 3 Wochen, kann bei medizinischer Notwendigkeit aber auf Antrag verlängert werden. Der richtige Ansprechpartner ist der behandelnde Reha-Arzt. Dieser kümmert sich bereits während des Reha-Aufenthalts um die Formalien, so dass die Reha bei Bewilligung durch den Kostenträger nahtlos fortgesetzt werden kann.

Wer stellt den Reha-Antrag?

Der Reha-Antrag für die Erst-Reha erfolgt im Falle einer AHB durch den Sozialdienst des behandelnden Krankenhauses; bei der BGSW ist der Durchgangsarzt der zuständige Ansprechpartner. Nachfolgende Rehabilitationsleistungen werden in Absprache mit dem behandelnden Facharzt beantragt.

Gibt es Rehakliniken speziell für Amputierte?

Die Rehabilitation nach einer Amputation erfolgt üblicherweise in einer orthopädischen Rehaklinik, in der auch andere Krankheitsbilder des Stütz- und Bewegungsapparates mitbehandelt werden. Das Wundmanagement wird von spezialisierten Gesundheits- und Krankenpflegern übernommen, so dass die betroffenen Menschen trotz breiter orthopädischer Ausrichtung eine passgenaue Behandlung erhalten. Bei der Wahl der Klinik besitzen die Patienten gemäß des in § 8 SGB IX festgeschriebenen Wunsch- und Wahlrechts ein Mitspracherecht, insofern die Einrichtung den medizinischen Indikationen entspricht und einen Versorgungsvertrag mit dem Kostenträger besitzt.

Wer übernimmt die Kosten für eine Prothese und die Reha nach Amputation?

Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben und den Ausgleich einer vorhandenen Behinderung. Es gelten die Grundsätze “Reha vor Rente” und “Reha vor Pflege”, so dass einer Reha nach Amputation in der Regel nichts entgegensteht. Die Kosten werden bis auf einen geringen Eigenanteil vom Kostenträger übernommen. Die Zuzahlung bei der Deutschen Rentenversicherung und den gesetzlichen Krankenkassen beträgt für Patienten nach dem 18. Lebensjahr 10 EURO pro Tag und ist bei der Krankenkasse auf 28 Tage pro Kalenderjahr beschränkt und bei der Rentenversicherung auf 42 Tage. Vorausgegangene Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte werden angerechnet. Zuzahlungsfrei sind Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Unfallversicherung nach Arbeitsunfällen. Auch die Kosten für eine verordnete Prothese werden bis auf eine gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 EURO von den jeweiligen Versicherungen übernommen.

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