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Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine Erkrankung, die sich durch chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen auszeichnet. Für die Betroffenen bedeutet das einen hohen Leidensdruck, denn das Fibromyalgiesyndrom sorgt bei vielen dafür, dass selbst alltägliche Aufgaben zur Qual werden. Hierzulande erkranken rund zwei Prozent der Menschen am sogenannten “Weichteilrheuma” oder „Faser-Muskel-Schmerz“ – Frauen sind generell häufiger betroffen als Männer1. Welche Symptome mit der Erkrankung einhergehen, wie die Diagnose gestellt wird und ob es mögliche Behandlungsoptionen gibt, erklärt der nachfolgende Ratgeber.

Fibromyalgie – die Erkrankung im Überblick

  • Ursache: nicht geklärt, Risikofaktoren sind unter anderem: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, rheumatische Erkrankungen
  • Symptome: Schmerzen in den Muskeln verschiedener Körperregionen, Schlafstörungen, Erschöpfung
  • Diagnose: ausführliche Anamnese, Ausschlussverfahren, Überprüfung von Druckstellen
  • Verlauf: chronisch, nicht heilbar
  • Behandlung: konservativ mit Medikamenten, Sport- und Bewegungstherapie

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgiesyndrom (FMS) handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die vorrangig durch Schmerzen in verschiedenen Körperregionen gekennzeichnet ist. Hinzu kommen meist Schlafstörungen sowie Zustände starker geistiger und körperlicher Erschöpfung. Eine vollständige Heilung ist bislang nicht möglich, mit der richtigen Therapie kann die Lebensqualität Betroffener jedoch verbessert werden.

Definition: Sind Fibromyalgie und Rheuma dasselbe?

Im Zusammenhang mit dem Fibromyalgiesyndrom spricht man häufig auch vom sogenannten Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus. Diese Begriffe sind jedoch nicht ganz korrekt: Zwar gehört Fibromyalgie zu Rheuma bzw. den rheumatischen Erkrankungen, jedoch ist die Bezeichnung Weichteilrheuma viel zu unspezifisch. Hiermit sind alle Arten von rheumatischen Erkrankungen gemeint, die die Weichteile betreffen. FMS ist nur eine davon.

Ursachen: Wie kommt es zu Fibromyalgie?

Die Ursachen für die Krankheit Fibromyalgie sind bislang noch ungeklärt. Der Mechanismus, der dafür sorgt, dass betroffene Patienten unter Schmerzen in Kopf, Brust, Rücken, Knien und/oder Armen leiden, ist ebenfalls noch nicht eindeutig identifiziert. Fest steht dagegen, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, welche die Ausbildung der Krankheit begünstigen können. Dazu gehören:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

  • Stress
  • Vorhandensein entzündlich-rheumatischer Erkrankungen
  • sexueller Missbrauch/körperliche Misshandlung2

Zudem scheint das Risiko für Fibromyalgie erhöht zu sein, wenn Verwandte ersten Grades ebenfalls unter der Erkrankung leiden.

Symptome: Welche Beschwerden ruft das Fibromyalgiesyndrom hervor?

Das charakteristische Symptom bei Fibromyalgie sind ohne erkennbare Ursache auftretende Schmerzen in verschiedenen Körperregionen. Die Schmerzen ähneln einem Muskelkater und machen sich vorzugsweise in Muskeln und Fasern nahe den Gelenken bemerkbar. Anders als bei Arthrose und Co. schmerzen bei Fibromyalgie nicht die Gelenke selbst. Für Patienten fühlt es sich vielmehr so an, als wäre der gesamte Körper von Schmerzen geplagt.

Zunächst lokal begrenzte Schmerzen weiten sich aus

In einem Großteil der Fälle entwickelt sich die Krankheit chronisch: Schmerzen sind zunächst lokal auf eine einzelne Stelle beschränkt, häufig ist der Rücken zuerst betroffen, weshalb als Ursache zunächst andere Gründe vermutet werden. Erst später beginnen dann oft auch Arme und Beine zu schmerzen.

Vielfältige zusätzliche Beschwerden

Neben den Schmerzen können weitere typische Beschwerden auftreten wie:

  • Müdigkeit und Erschöpfung,
  • schlechter Schlaf,
  • anhaltende Konzentrationsstörungen3.

Viele Patienten leiden zusätzlich unter

  • Depressionen bzw. depressiven Verstimmungen,
  • Reizüberempfindlichkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Kopfschmerz,
  • Restless-Legs-Syndrom 
  • und anderen körperlichen Beschwerden.

Symptome können Erkrankung zusätzlich befeuern

Besonders problematisch bei der Krankheit Fibromyalgie ist, dass die Symptome nicht nur Ausdruck des Syndroms sind, sondern die Beschwerden gleichzeitig verschlimmern können. Müdigkeit, Erschöpfung und Stress sind nämlich einerseits Folge von FMS, andererseits können sie Schübe auslösen und zu einer signifikanten Verschlechterung des Beschwerdebildes führen.

Diagnose: Wie wird das Fibromyalgiesyndrom festgestellt?

Viele Patienten, die unter einem Fibromyalgiesyndrom leiden, haben oft einen langen Leidensweg einhergehend mit einer nervenaufreibenden Ärzte-Odyssee hinter sich, ehe sie die richtige Diagnose bekommen. Teilweise gibt es sogar heute noch Mediziner, die behaupten, dass es die Krankheit Fibromyalgie nicht gäbe. Dies ist grundsätzlich falsch – FMS ist bereits seit vielen Jahren von der WHO als Krankheit anerkannt.

Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren nicht geeignet

Nichtsdestotrotz erweist sich die Diagnose als relativ schwierig, da Blutuntersuchungen, Röntgenbilder und Co. nicht weiterhelfen. Der Arzt ist entsprechend auf das Mitwirken des Patienten angewiesen. Betroffene sollten daher bereits vor dem Termin beim Arzt genau dokumentieren, wo und wann Schmerzen auftreten und wie es um deren Ausprägung bestellt ist.

Körperliche Untersuchung & Ausschlussdiagnostik

Im Rahmen der Untersuchung erfolgt das Abtasten spezifischer Druckpunkte, insbesondere an den Verbindungsstellen zwischen Muskeln und Sehnen. Basislaboruntersuchungen werden bei Verdacht auf FMS zusätzlich durchgeführt, um andere Ursachen für die Symptome (wie zum Beispiel Vitamin-D-Mangel oder Fehlfunktionen der Schilddrüse) auszuschließen4

Behandlung: Welche Therapie hilft bei Fibromyalgie?

Für das sogenannte Weichteilrheuma existiert bislang keine Behandlung, die eine vollständige Heilung verspricht. Mit einer gezielten konservativen Therapie können Patienten jedoch eine deutliche Verbesserung erzielen und chronische Schmerzen sowie weitere typische Beschwerden auf ein Minimum reduzieren. Eine operative Behandlung des Syndroms ist nicht möglich.

Medikamentöse Behandlung des Fibromyalgiesyndroms

Obwohl mäßige bis starke Schmerzen zu den belastendsten Symptomen von Fibromyalgie gehören, sollten FMS-Patienten nicht einfach zu Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen greifen – diese können nur bedingt Linderung verschaffen. Auch Opiate oder Cortison sind wenig empfehlenswert. Tatsächlich ist die medikamentöse Therapie bei den meisten Betroffenen ganz allgemein nicht besonders erfolgversprechend. Wenn überhaupt, zeigen verschiedene Psychopharmaka (zum Beispiel Amitriptylin, Duloxetin oder Pregabalin) bislang noch die beste Wirkung.

Sport und Bewegung zur Behandlung des Fibromyalgiesyndroms

Reha bei ArthroseViele Patienten, die unter Weichteilrheuma leiden, ziehen sich aufgrund ihrer Beschwerden zunehmend aus dem Leben zurück. Dabei hat sich das genaue Gegenteil als wirksam erwiesen: Schonende Bewegungen und ein moderates Aktivitätslevel können nachhaltig dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern sowie Betroffenen zurück zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Physiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, Nordic Walking – all das gilt als überaus empfehlenswert, um FMS dauerhaft in den Griff zu bekommen5. Auch Akupunktur hat sich in Studien als hilfreiche Methode zur konservativen Behandlung erwiesen6

Verlauf: Kann sich Fibromyalgie verschlimmern?

Der sogenannte Weichteilrheumatismus ist eine Erkrankung, die für Betroffene nicht lebensbedrohlich ist. Die Lebenserwartung von FMS-Patienten ist gegenüber Menschen ohne Fibromyalgie nicht verkürzt. Es sind auch keine organischen Folgeerkrankungen zu erwarten. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Erkrankung für die Betroffenen als überaus belastend – und sie verschwindet in den meisten Fällen nie wieder völlig. Patienten müssen daher lernen, mit den Beschwerden zu leben bzw. sie durch die passende Therapie zu lindern und erträglich zu machen. Das gilt nicht nur für die Schmerzen in den gelenknahen Muskeln, sondern auch für Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und weitere Symptome.

Leben mit Fibromyalgie: 5 häufige Fragen rund um „Weichteilrheumatismus“

Wie stelle ich fest, ob ich Fibromyalgie habe?

Eine Selbstdiagnose ist bei FMS nicht möglich – nur erfahrene Ärzte können die richtige Diagnose zuverlässig stellen. Entscheidend ist schließlich, andere Krankheiten eindeutig auszuschließen. Wer meint, unter Weichteilrheuma zu leiden, kann jedoch ein Schmerztagebuch führen und so umfassende Beschreibungen der eigenen Beschwerden sammeln

Wie kann eine FMS-Krankheit entstehen?

Die zugrundeliegenden Ursachen für die Entstehung der FMS-Erkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Mediziner gehen allerdings von einem multifaktoriellen Entstehungsmodell aus. Das bedeutet, dass mehrere körperliche und/oder psychische Faktoren gleichermaßen verantwortlich sein können.

Ist Fibromyalgie im Winter schlimmer?

Ähnlich wie bei Rheuma kann Fibromyalgie an kalten und/oder feuchten Tagen schlimmer werden. In den trockenen, warmen Sommermonaten leiden Patienten dagegen weniger stark unter den typischen Beschwerden.

Wo sind die Schmerzen bei Fibromyalgie?

Schmerzen treten beim Fibromyalgiesyndrom meist in mehreren Körperregionen gleichzeitig auf. Dabei fühlt es sich oft an, als wären die Muskeln stark überbeansprucht oder die Gelenke geschwollen. Charakteristisch sind Schmerzen im Rücken und/oder Nacken, doch auch in Brust- und Bauchbereich sowie in Armen und Beinen können die chronischen Schmerzen lokalisiert werden.

Können Entspannungsübungen bei FMS helfen?

Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen, und dadurch das Auftreten von FMS-Schüben verhindern bzw. eine Linderung der Beschwerden herbeiführen. Bewährt sind beispielsweise autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Aber auch die kombinatorischen Elemente aus Meditation, Gymnastik und Kampfkunst, die beim Tai-Chi ausgeübt werden, erzielen signifikante Erfolge.

Quellenliste

1 Deutsche Rheuma-Liga “Fibromyalgie-Syndrom”, https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/fibromyalgie (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

2 Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie „Definition, Pathophysiologie, Diagnose und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“, AWMF – Register Nr. 145/004, S. 5, http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/145-004.html (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

3 Biundo, Joseph “Fibromyalgie”, MSD MANUAL Ausgabe für Patienten, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/knochen-,-gelenk-und-muskelerkrankungen/erkrankungen-der-muskeln,-schleimbeutel-und-sehnen/fibromyalgie (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

4 Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie „Definition, Pathophysiologie, Diagnose und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“, AWMF – Register Nr. 145/004, S. 57 f., http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/145-004.html (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

5 Lenzen-Schulte, Martina “Fibromyalgie: Bewegen, bis der Schmerz weggeht”, Dtsch Arztebl 2017; 114(26): A-1312 / B-1092 / C-1070, https://www.aerzteblatt.de/archiv/191947/Fibromyalgie-Bewegen-bis-der-Schmerz-weggeht (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

6 „Fibromyalgie-Syndrom: Akupunktur lindert Schmerzen“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65757/Fibromyalgie-Syndrom-Akupunktur-lindert-Schmerzen (Datum des Zugriffs: 03.05.2022)

 

 

 

 

 

 

 

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