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21. November 2025

Medizinisch geprüfte Texte

Gefäßerkrankungen

Gefäßerkrankungen gehören zu den sogenannten Volkskrankheiten. Wie weit Gefäßerkrankungen in der Bevölkerung verbreitet sind, lässt sich kaum genau feststellen, da die Krankheitsbilder sehr vielschichtig sind. Ein paar beispielhafte Zahlen: Schätzungen gehen davon aus, dass 50 Prozent aller erwachsenen Europäer unter Krampfadern leiden1.

Über 4,5 Millionen Deutsche leiden an der sogenannten Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit)2. Und die Rate der Neuerkrankungen an der tiefen Venenthrombose liegt bei ein bis zwei Fällen pro 1.000 Personen, steigt jedoch mit dem Alter exponentiell an3. Da Gefäßerkrankungen zu Lungenembolien, Schlaganfällen und anderen potenziell lebensbedrohlichen Ereignissen führen können, ist eine möglichst frühzeitige Behandlung essenziell.

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Gefäßerkrankungen in Kürze

  • Ursachen: Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Gefäßverkalkung, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel
  • Symptome: Schwellungen in Extremitäten, Schmerzen, schlecht heilende Entzündungen, Bewegungseinschränkungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Lähmungen
  • Diagnose: Ultraschall, CT, MRT, Angiographie
  • Behandlung: konservativ z. B. mit Medikamenten, Gewichtsreduktion, körperliches Training, operativ z. B. durch Setzen von Stents
  • Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie, Amputation
  • Reha: AHB nach Operation oder MRA/HV im Rahmen einer konservativen Therapie
  • Prävention: Gewichtsreduktion, Rauchstopp, gesunde Ernährung, aktiver Lebensstil

Was sind Gefäßerkrankungen?

Bei Gefäßerkrankungen (Angiopathie) handelt es sich um Erkrankungen des Blutgefäßsystems. Sie können sowohl die Arterien als auch die Venen betreffen. Die meisten Gefäßkrankheiten werden im Laufe des Lebens erworben, einige wenige Krankheiten können aber auch angeboren sein. Insbesondere im Anfangsstadium verursachen viele Gefäßerkrankungen kaum oder gar keine Symptome. Langfristig können sie jedoch zu starken Einschränkungen bei den Betroffenen führen oder sogar lebensgefährlich werden. Eine möglichst frühzeitige Behandlung ist deshalb angeraten.

Welche Gefäßerkrankungen gibt es?

Die Liste der möglichen Gefäßerkrankungen ist lang. Zu den häufigsten Krankheiten im Bereich der Angiopathie gehören unter anderem:

  • Arteriosklerose
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Diabetischer Fuß
  • Varikose (Krampfadern)
  • Tiefe Venenthrombose
  • Thrombophlebitis
  • Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)
  • Koronare Herzerkrankung
  • Aortenaneurysma
  • Offenes Bein (Ulcus cruris)

Wie entstehen Gefäßerkrankungen?

Die Ursachen von Gefäßerkrankungen sind vielfältig. Um die konkreten Auslöser sowie die Entstehung der einzelnen Gefäßkrankheiten näher zu beschreiben, muss zwischen den verschiedenen Krankheiten differenziert werden. Nachfolgend werden die Ursachen für die pAVK sowie für Krampfadern kurz beschrieben.

Was sind Symptome von Gefäßerkrankungen?

Symptome von Erkrankungen der Venen und Arterien sind breit gefächert. Vielfach laufen vor allem die frühen Krankheitsstadien für die Patienten komplett symptomlos ab. Das macht es für die Betroffenen sowie die behandelnden Ärzte auch so schwierig, Gefäßkrankheiten frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Behandlung in die Wege zu leiten. Beispielhafte Symptome sind:

  • Tiefe Beinvenenthrombose: schmerzhafte Schwellung, Bewegungseinschränkungen
  • Krampfadern: optisch hervortretende Venen, Beinschwellungen, schwere Beine
  • Diabetischer Fuß: Schmerzen werden nicht wahrgenommen, Entzündungsneigung, schlecht heilende Wunden
  • Karotisstenose: Sehstörungen, Sprachstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen

Welche Folgen haben Gefäßerkrankungen?

Wenn das Blut im menschlichen Körper nicht mehr uneingeschränkt durch Venen und Arterien transportiert werden kann, sind gravierende Folgen möglich:

  • Es kann zu einer Unterversorgung von lebenswichtigen Organen kommen. Wird das Herz beispielsweise nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, drohen Herzinfarkt und schlimmstenfalls der Tod.
  • Auch eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns oder des Darms kann für die Betroffenen dramatische Folgen haben und erfordert in der Regel eine notfallmedizinische Behandlung.
  • Eine weitere unangenehme Konsequenz, die bei Erkrankungen der Gefäße auftreten kann, ist die Amputation von Extremitäten. Vor allem bei Patienten mit Diabetes, die ein diabetisches Fußsyndrom entwickeln, ist ein solcher Eingriff mitunter erforderlich. Rund 50.000 Amputationen werden deutschlandweit jährlich aufgrund des Zusammenspiels von Angiopathie und Diabetes durchgeführt 5.

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Wie werden Gefäßerkrankungen diagnostiziert?

Im Bereich der Angiopathie kommen unterschiedliche Diagnoseverfahren zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:

  • Ultraschall
  • Angiographie
  • Computertomographie
  • Magnetresonanztomographie
  • Bestimmung des Knöchelarteriendrucks
  • Venöse Verschlussplethysmographie

Wie werden Gefäßerkrankungen behandelt?

Die Behandlung von Erkrankungen der Gefäße richtet sich nach der individuellen Diagnose des Patienten. Grundsätzlich kommen bevorzugt konservative Behandlungsmethoden zum Einsatz, falls nötig, ist jedoch auch eine Operation denkbar. Entscheidendes Ziel der Behandlung ist es prinzipiell, den Blutfluss durch die Gefäße zu stabilisieren. Das bedeutet zum Beispiel, dass verschlossene Gefäße (Stenosen) geweitet oder das Gefäß blockierende Blutgerinnsel entfernt werden müssen.

So wird beispielsweise bei einer arteriellen peripheren Verschlusskrankheit eine Aufdehnung des Blutgefäßes mit einem Ballon oder einem Stent erreicht. Bei einem verstopften Gefäß, etwa bei einer tiefen Beinvenenthrombose, genügen oftmals bereits gerinnungshemmende Medikamente, um das Gerinnsel aufzulösen.

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Wie sind die Heilungschancen von Gefäßerkrankungen?

Die Heilungschancen sind bei Angiopathien von verschiedenen Faktoren abhängig. Das Alter der Patienten spielt genauso eine Rolle, wie deren Fähigkeit zu einer Umstellung des Lebensstils oder der Zeitpunkt der Diagnosestellung. Wie auch bei Diabetes und Bluthochdruck lassen sich viele Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten durch das eigene Verhalten beeinflussen. Das betrifft nicht nur die Entstehung der Erkrankungen, sondern auch deren Prognose.

Wer beispielsweise mit dem Rauchen aufhört, Übergewicht reduziert und einen aktiven Lebensstil pflegt, kann die Gesundheit von Venen, Arterien, Herz und Co. positiv beeinflussen.

 

Quellenliste

1 Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin „Was sind Gefäßerkrankungen?“, https://www.gefaesschirurgie.de/patienten/was-sind-gefaesserkrankungen (Datum des Zugriffs: 23.01.2023)

2 Fath, Roland „Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Es besteht Handlungsbedarf“, In: Dtsch Arztebl 2012; 109(5): A-205 / B-180 / C-180, https://www.aerzteblatt.de/archiv/121108/Periphere-arterielle-Verschlusskrankheit-Es-besteht-Handlungsbedarf (Datum des Zugriffs: 23.01.2023)

3 Rabe, Eberhard et al. „Venenerkrankungen der Beine“, Heft 44, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert Koch-Institut, Berlin, 2009, S. 9, https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/venen.pdf?__blob=publicationFile (Datum des Zugriffs: 23.01.2023)

4 Douketis, James „Krampfadern“, MSD MANUAL Ausgabe für Patienten, https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/herz-und-gefäßkrankheiten/erkrankungen-der-venen/krampfadern (Datum des Zugriffs: 23.01.2023)

5 arzteblatt.de „Diabetisches Fußsyndrom: Zu viele Amputationen“, In: Dtsch Arztebl 2016; 113(8): A-332 / B-280 / C-280, https://www.aerzteblatt.de/archiv/175053/Diabetisches-Fusssyndrom-Zu-viele-Amputationen (Datum des Zugriffs: 23.01.2023)

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